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Was ist eigentlich Cloud-Computing?

Was ist eigentlich Cloud-Computing?

Cloud ist nicht gleich Cloud – und mehr als nur ein Ort, an dem Daten verstauben.

VP
Vanessa Parsch
11. Mai 2026

Cloud hier, Cloud da, Cloud überall. Kaum ein Artikel oder Post über IT oder Datenspeicherung den man heute liest, kommt ohne diesen Begriff aus. Warum ist das so? Was ist diese Cloud eigentlich? Was bedeutet Cloud-Computing und warum geht es angeblich nicht mehr ohne?

Viele behaupten „Meine Daten sind sicher, die sind in der Cloud“. Aber ist das allein wirklich ein Sicherheitsmerkmal? Oder wäre nicht manchmal die gute alte Festplatte doch besser? Cloud ist nicht gleich Cloud. Und eine Cloud kann auch viel mehr sein als nur ein Ort an dem Daten verstauben.

In diesem Artikel gehe ich auf das ganze Thema Cloud-Computing ein und versuche dieses möglichst einfach und klar zu erklären. Ohne unnötige Fachbegriffe und Verkomplizierungen.

Zunächst einmal ganz von vorne: Eine Cloud (engl. „Wolke“) ist ein Online-Speicher. Hier können neben Daten auch ganze Programme und Apps liegen. Sie liegen dann nicht auf einer eigenen Festplatte im guten alten Heim-Computer, sondern auf den Festplatten von Servern in externen Rechenzentren. Diese Server sind über das Internet erreichbar.

Die Vorteile liegen klar auf der Hand: Zum einen benötigt man nicht selbst teuren Festplattenspeicher. Das mag für die 3 GB Fotos die man im letzten Malle-Urlaub gemacht hat, nicht so wichtig sein, aber es geht hier oft um deutlich größere Datenmengen. Kunden-Datenbanken von Unternehmen oder Daten zu Produktionsprozessen sind hier nur zwei Beispiele. Zudem sind diese Daten für mehr als nur ein Gerät verfügbar. Das bedeutet zum Beispiel, das ein Unternehmen mit mehreren Niederlassungen trotzdem überall auf alle Daten Zugriff hat. Damit sind wir schon beim nächsten Vorteil: Die Aktualität. Dadurch, dass die Daten immer sofort in der Cloud gespeichert und zum Beispiel bei Änderung durch einen Mitarbeiter aktualisiert werden, hat jederzeit jeder Mitarbeiter und jedes Gerät die aktuelle Version. Außerdem ist so auch eine zeitgleiche gemeinsame Bearbeitung einer einzigen Datei möglich.

Aber in der Cloud können mehr als Bilder oder Textdateien gespeichert werden. Über die Cloud können ganze Anwendungen laufen. Viele kennen das z.B. von Microsoft365 oder GoogleDocs. Hier kann direkt im Internet-Browser gearbeitet werden, ohne dass ein Programm auf dem eigenen Rechner installiert ist.

Jetzt könnte die Frage der Sicherheit aufkommen. Wenn doch alle Daten (auch die sensiblen) irgendwo in einer mysteriösen Wolke rumfliegen, kann dort nicht viel einfacher jemand drankommen als an meine 20 Jahre alte HDD auf meinem Schreibtisch? Die Antwort ist Ja und Nein. Die Wahrscheinlichkeit, dass jemand in Ihre Wohnung geht, Ihre Festplatte klaut und dann die Daten ausliest sind zugegeben recht gering. Allerdings wäre dies vermutlich einfacher als in eine gut geschützte Cloud „einzubrechen“.

Wir unterscheiden generell 2 Arten von Clouds: Die Public Cloud und die Private Cloud. Public Clouds sind oft von großen Anbietern, z.B. ICloud, Dropbox, Google Drive oder OneDrive. Also quasi von jedem nutzbar. Private Clouds hingegen sind private Netzwerke die ausschließlich von einem Unternehmen oder einer Organisation genutzt werden. Die Daten bleiben so in der Regel in einer vollständig isolierten Umgebung und hinter einer Firewall. So kann für extrem hohe Sicherheit gesorgt werden. Hier entstehen jedoch für Unternehmen oft auch Herausforderungen. Insbesondere der Datenschutz ist hier ein großer Punkt. Sobald beispielsweise personenbezogene Daten von Kunden in Clouds auf externen Servern gespeichert oder verarbeitet werden, ist die DSGVO einzuhalten. Die Wahl eines vertrauenswürdigen Anbieters für den Betrieb der Cloud ist hier auch besonders wichtig.

Einen Punkt müssen wir allerdings Anmerken. Nix Internet – Nix Arbeiten. Wenn ein Unternehmen komplett Cloud-Basiert arbeitet und aus diversen Gründen die Server nicht mehr laufen, kann das zu großen Problemen bis hin zu komplettem Stillstand führen. Verschiedene Hochverfügbarkeits-Modelle sorgen hier aber für Ausfallzeiten bis nahezu Null, sodass die Serverseite das geringere Risiko bildet. Aber wenn das städtische Bauunternehmen auf Ihrer Straße aus Versehen mal wieder die Leitung wegbaggert… dann wird es schwierig.

Als Fazit kann man aber festhalten: Die vielen Vorteile überwiegen eindeutig die (zu hoher Wahrscheinlichkeit nicht eintreffenden) Gefahren. Aus modernen Unternehmen, oder denen, die es gerne werden möchten, ist Cloud-Computing kaum wegzudenken. Viele Prozesse, sowohl innerhalb des Betriebs als auch nach außen, können durch Cloud-Computing vereinfacht, schneller und sicherer gemacht werden.

Titelbild: @Growtika